Vereinsleben

 

 

75 Jahre Berliner Luftbrücke


Zugegebener Weise waren wir schon enttäuscht, als uns die Veranstalter von Zeltweg mitteilten, dass wir dieses Jahr nicht eingeladen werden würden. Aber, wie heißt der Spruch: „…wo sich eine Türe schließt, öffnet sich ein Fenster…“ Und so war es auch hier, denn kurze Zeit später informierte mich Uwe, dass er mit seiner T6 „Miss Goosebay“ zur Feier anlässlich des Endes der Berliner Luftbrücke nach Wiesbaden Erbenheim eingeladen ist und ich wieder mit von der Partie sein durfte.

Das erste, was wir lernten war, dass uns die Amerikaner, was den Bürokratismus angeht, noch in den Schatten stellen: Obwohl ja sie interessiert waren, dass wir teilnehmen, mussten wir über viele Wochen unzählige Anträge an ebenso unzählige Adressaten schicken und mehr als einmal schaute es so aus, dass die Veranstaltung ohne uns stattfinden würde.
Gerade mal 2 Tage vor der avisierten Anreise bekamen wir dann das „Go“.

Gegen 1400 starteten wir bei 4/8 Cumulus Bewölkung in Bayreuth. Wieder einmal erkannten wir, dass der Norden Bayerns eine wunderschöne Gegend ist – nun, in 3.000ft AMSL kann man ja auch einiges erkennen. Mit FIS klärten wir gleich nach dem Start, dass wir mit unseren Funkgeräten nicht in der Lage waren, die militärischen Frequenzen zu rasten und wir darauf angewiesen waren, auf der 122,100 mit Wiesbaden TWR in Kontakt zu treten.
Dies wurde uns auch so genehmigt.

Ja, dann wurde es allerdings mehr als spannend: Unsere vorgegebene Flugroute führte uns im Norden an Frankfurt vorbei. Unsere Flughöhe betrug da schon nur mehr 1.500ft AMSL:
Die CTR Wiesbaden schließt in dieser Höhe direkt an den Luftraum „C“ von Frankfurt an.

                                           

                                 

Wer, wie ich, unzählige Male mit einem Airliner den Frankfurter Flughafen „normal“ angeflogen hat, für den war es schon ein Mega Erlebnis, in Ameisenkniehöhe gerade mal in ca. 80m Höhe über den Pflichtmeldepunkt Niedernhausen zu fliegen. Der Anflug und die Landung klappten problemlos und dann waren wir da – als erste der angekündigten 6 Rosinenbomber und 4 T6.

Was wir sehr schnell erkannten war, dass unsere amerikanischen Freunde zwar alle sehr nett und hilfsbereit waren, jedoch ein unwahrscheinlicher Kompetenz Wirrwarr herrschte und die linke Hand oft nicht wusste, was die rechte macht. So wurden wir auch zunächst auf den Main Apron eingewiesen, um dann kurz vor unserer Abfahrt ins Hotel zu erfahren, dass wir doch beim Taxiway Bravo abstellen hätten müssen. So versprachen wir, an unserem „freien Tag“ (Freitag) doch nochmal auf die Base zu kommen, um die Miss Goosebay umzuparken.
Nachdem wir das dann gemacht hatten – und sie endlich erkannten, dass wir fürs „Static Display“ und nicht für die Formation vorgesehen waren, schoben sie mit vereinten Kräften die T6 zurück an die ursprüngliche Parkposition.

                                

Mittlerweile waren auch die ersten Rosinenbomber angekommen und die restlichen T6.

                                                               

Samstag ging es dann los – quasi als Probelauf: Ca. 10.000 Besucher wirkten noch etwas verloren auf der riesigen Airbase, die DC 3 flogen die ersten Probeformationsflüge und weitere Militärflugzeuge kamen an.

                               

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Ungekrönter Star der anwesenden Flugzeuge war Uwes Miss Goosebay. Sie diente für unzählige Foto- und Fernsehtermine als Hintergrund.

                               

Am Sonntag kamen die erwarteten 60.000 Besucher. 70 Fressbuden, diverse Panzer und Zelte mit Informationsständen waren neben den Flugzeugen des Static Displays und den Musikbands auf der Bühne, der Rahmen dieses Volksfestes. Da für den Nachmittag der Abwurf von Süßigkeiten angekündigt war, waren unzählige Familien mit ihren Kindern auf der Airbase. Diese behandelten unsere Flugzeuge teilweise wie ihre Spielsachen im Kinderkasten und vielfach ignorante Eltern nahmen daran keinerlei Anstoß. Wenn wir sie dann auf das Fehlverhalten ihrer Sprösslinge ansprachen, schauten sie uns ganz groß an,
bezweifelten, dass wir etwas zu sagen hätten und auf unsere Replik, wir seien immerhin die Piloten, kam oft die lapidare Auskunft, dass sie das nicht glaubten!! Erst als wir unser Flugzeug mit Trassenband absperrten, konnten wir einigermaßen sicher sein, mit eben diesem Flugzeug auch wieder sicher heimfliegen zu können. Unfassbar!

Am Nachmittag flogen dann 3 DC3, eine Herkules und eine T6 ihre Formationen und setzten auch eine ganze Reihe von Fallschirmspringern ab.

                               

 

Höhepunkt war anschließend der Abwurf von Minifallschirmen mit Süßigkeiten in Erinnerung an all die Süßigkeiten, die von den US Besatzungen im Anflug auf Tempelhof den dort warteten Kindern zuteilwurde.

                     

                     
Nachdem die Süßigkeiten abgeworfen waren, durften tausende von Kindern Richtung Landebahn, um sich „ihren“ Fallschirm zu ergattern. Nun, nicht alle waren erfolgreich, doch dafür wurden dann weit über 1 Std. über die Lautsprecher auf Deutsch und Englisch ununterbrochen Suchmeldungen ausgestrahlt: „…der kleine Patrick, 6 Jahre, bekleidet mit weißen Turnschuhen, einer schwarzen Turnhose und einem roten Trikot sucht dringend seine Eltern. Abzuholen bei der Feuerwache…“ Nun ja, gekonnte Organisation sieht anders aus.

Am Montag war dann noch Tag der offenen Türe für Wiesbadener Schulklassen, bevor um 1300 die Feier zu Ende ging. Etwas mit Sorge hatten wir die Tage die Wetterentwicklung für den Rückflug verfolgt – letztendlich war es aber ein problemloser Rückflug mit Schauern, die allerdings rechts und links unsere Kurslinie waren. Der Abflug war genauso spektakulär, wie unser Anflug!

Gegen 1515 landeten wir mit der T6 in Bayreuth und resümierten, dass Wiesbaden zwar in einer anderen Liga wie Zeltweg spielt, wir aber trotzdem wunderschöne Tage erleben durften.

                  

Bericht J.B.

 

23 1/2 Jahre nach ihrer Außerdienststellung, 7 Jahre nach dem Erwerb  und 5 ¼ Jahre nach Beginn der Restaurierung macht die Elster C „WF“ heute ihren

Erstflug

Ich informiere – wie verabredet – Hartmut und Frank, dass ich heute den Erstflug beabsichtige. Beide haben kurzfristig allerdings keine Zeit. Dafür kommt Ilona zum Platz, um Zeuge des Erstfluges zu werden.

Nach einigen Tagen mit zu viel Wind und Regen herrschen heute nahezu ideale Bedingungen. Sonnenschein bei maximal 4 kts Wind.

Und wie es der Zufall will, will auch der Neubau des Focker Dreideckers von Matthias‘ Schwiegervater Klaus, heute seinen überhaupt ersten Flug machen. Getrennt voneinander fahren wir die Grasbahnen ab und ich verabrede mit Klaus, dass, sobald er zu seinen Erstflug startet, ich mich von den Grasbahnen fernhalte. Die Platzwarte halten sich mit der Feuerwehr bereit.

Nach dem Anlassen fällt mir zunächst im Funk ein periodisches Knacken auf, so, als ob man laufend den Push to Talk Switch drückt und ihn wieder loslässt. Eine Sprechprobe mit dem Turm ergibt, dass die Qualität der Verbindung ansonsten einwandfrei ist. Als ich das Rotating Beacon ausmache, ist das Geräusch weg.

Danach rolle ich zur S2 und mache mehrere High Speed Startläufe, um zum einen die Stau-/Static Anzeigen zu überprüfen, zum anderen, um für mich herauszufinden, ob ich mit verriegelter Bugradsteuerung (wie im Flughandbuch vorgegeben) später den Start und die Landung mache oder so, wie es Otto gesagt hat, mit gekoppeltem Seitenruder/Bugrad.  Nach den Rollversuchen entscheide ich mich, dem Flughandbuch zu folgen und die Bugradsteuerung bei Start und Landung verriegelt zu halten.

Schließlich entscheide ich mich, auf der 06 S2 den Start zu wagen. Zugegebenermaßen ist es mir schon etwas mulmig. Haben wir bei der Restaurierung alles richtig gemacht? Komme ich mit der WF zurecht, obwohl ich – außer einem Mitflug in Ottos WA – diesen Typen zuvor nie geflogen habe?

1335 LT. Der Start klappt einwandfrei. Die WF reagiert feinfühlig auf die Ruderinputs und der 150 PS Motor lässt uns mit 6 m/s steigen. Aus Sicherheitsgründen bleibe ich direkt über dem Platz und steige auf 4.500ft. Dort angekommen mache ich Steilkreise, Langsamflug, probiere die Störklappen, die Höhenrudertrimmung etc. Ich gewinne Zutrauen zur WF. Apropos WF. Vielleicht war es doch keine gute Idee, ein so ähnliches Kennzeichen zu meiner Piper Cub zu wählen: Immer wieder verwechsle ich die „WF“ mit der „LF“… Nachdem mittlerweile der Dreidecker nun auch zu seinem ersten Flug bereit ist, gehe ich in die Platzrunde zurück, mache einen Anflug auf die 24 Asphalt und starte – wie zuvor angekündigt -nach einem Low Approach durch. Nach einer erneuten Platzrunde mache ich eine perfekte Landung auf der 24 Asphalt. 25 Min hat der Erstflug gedauert.

Ilona gratuliert mir zum Erstflug und gemeinsam beobachten wir, wie die Focker ihren Erstflug absolviert. Ein tolles Flugbild mit einem allerdings sehr gewöhnungsbedürftigen Umlaufmotor. Auch dieser Erstflug klappt.

Nach dem Einhallen der WF informiere ich alle, die mir beim Wiederaufbau der WF geholfen haben, über den erfolgreichen Erstflug und bedanke mich bei Ihnen.

Johannes Bühler, 10.10.2023

 

Mit der Cessna 172 N nach Sizilien

 

Nachdem ich letztes Jahr zusammen mit Andreas mit unserer Delta Papa Delta am Nordkap war, wollten wir dieses Jahr den Süden Europas befliegen, also hieß unser Ziel Sizilien.

Es ging am 08.07.2023 um 08:30 Lokalzeit in Bayreuth los. Mit unserem Gepäck und vollen Tanks erreichten wir das MTOW. Für solche Touren ist unsere Cessna eben nur ein Zweisitzer, vor allem wenn man 2 Klappräder dabeihat.

Wir hatten die Tour wieder so geplant, dass die einzelnen Legs nicht zu lange dauerten und immer genug AVGAS in den Tanks war. Bei jedem Stopp erfolgte Pilotenwechsel – so konnten sowohl Andreas als auch ich jeden angeflogenen Flugplatz im eigenen Flugbuch dokumentieren. VFR-Flugpläne wurden mit SkyDemon erstellt und direkt vom iPad aus versendet. Bestätigung der erfolgreichen Einreichung kam per Mail.

Andreas flog das erste Leg nach Innsbruck (LOWI). Dort wurde getankt, ich gab den Flugplan nach Lucca (LIQL) auf und um 09:45 UTC startete ich unseren Flug dorthin. Über den Brenner und den Gardasee ging es in die Toskana nach Lucca-Tassignano. Wir hatten PPR beantragt, aber vor Ort war davon nichts zu finden. Man denkt immer Deutschland ist schlimm mit Bürokratie, aber Italien übertrifft uns locker. Fast für jeden Platz war PPR zu beantragen, mit Ausfüllen von jeder Menge Papier. Beim Tanken dauerte die Verwaltungsarbeit jedesmal länger als das Tanken selbst. Deshalb haben wir in Lucca nicht getankt und Andreas hat uns gut nach Roma-Urbe (LIRU) gebracht, wo wir um 15:16 UTC landeten. Am Ende der Landebahn nach links rausgerollt. Nach Tankstelle gefragt und dann den ganzen Taxiway entlang der Landebahn, diese kreuzen und auf der anderen Seite die Tankstelle erreichen. Danach zurück und parken über Nacht in der Nähe des Turmes.

Ein Taxi zum Hotel zu finden war nicht einfach, da keine vor Ort sind. Roma-Urbe wird vorrangig für Schulung genutzt, keine Passagiere – keine Taxis. Andreas gelang es ein Uber-Taxi zu organisieren. In der Nähe des Hotels ein gutes Restaurant gefunden und so den ersten Tag in Rom beendet.

Am nächsten Morgen startete ich um 07:52 UTC nach Lamezia Terme (LICA). Kein Tanken, aber Verwaltungsaufwand zum Bezahlen der Landegebühr. Immerhin freundliche, auch deutschsprechende Italienerin, die uns zum Schluss mit dem Auto zum Flugzeug fuhr. Bei über 30° ein Segen.

Andreas startete um 12:19 UTC nach Reggio Calabria (LICR). 90 Minuten Aufenthalt für Tanken und Landegebühr bezahlen.

Ich flog dann weiter nach Calatabiano Airfield (CT05), wo wir 4 Nächte im Serra San Biagio verbrachten.

Am 10.07.2023 08:58 UTC startete Andreas zu einem Flug über Sizilien mit Landung in Palermo-Boccadifalco (LICP) um 11:05 UTC.Dort haben wir wieder vollgetankt und ich bin um 13:03 UTC nach Calatabiano zurückgeflogen, an der Küste entlang, an Cefalù und dem Ätna vorbei.

11.07.2023 Die PD steht im Hangar in Calatabiano, wir haben uns von Rita ein Mietauto besorgen lassen und fahren damit zum Ätna (Südseite). Hier geht es erst mit der Seilbahn hinauf bis auf 2504 m NN. Von dort geht es mit dem Allradbus bis auf ca. 3000 m NN. Der Gipfel ist 3323 m NN. Es ist so heiß, dass ich den Pullover nur als Sonnenschutz über den Arm lege.

Nach dem Ätna-Ausflug fahren wir nach Bronte, der „Stadt der Pistazien“. Nirgendwo sonst auf Sizilien gibt es eine so ausgedehnte Pistazienanbaufläche wie in Bronte. Es liegt an den Westhängen des Ätna. Wir hatten bisher gute Erfahrung mit dem Navi auf dem Handy gemacht, also nutzen wir es auch um aus der Stadt heraus zu finden. Diesmal geht es nicht lange gut. Steil bergauf und immer enger wird die Gasse und ein Auto steht im Weg. Wir kommen nicht weiter. Also umkehren! Aber das ist nicht so einfach. Mit Hilfe von zwei Einheimischen gelingt es das Auto in die richtige Richtung und um die Kurve zu bekommen. Schweißtreibende Millimeterarbeit. Aber ohne Beschädigung des Autos geschafft. Nach der Rückkehr ab in den Pool, Abendessen im Restaurant bei Rita.

Am 12.07.2023 fahren wir nach Catania, mit über 300.000 Einwohner die zweitgrößte Stadt (nach Palermo) auf Sizilien. Auf der Piazza del Duomo ist der originelle Elefantenbrunnen wegen Renovierung eingehüllt. Wir besichtigen den Dom, danach geht es zum Castello Ursino. Es ist Catanias einziger Bau aus dem Mittelalter.

Ab dem 8. März bis zum 11. Juli 1669 wurden durch Ausbrüche große Teile Catanias zerstört. Das am Meer gelegene Castello Ursino wurde von der Lava umströmt und liegt seitdem mehrere hundert Meter landeinwärts. Dieser Ausbruch wird als die größte historische Eruption des Ätna angesehen.

Danach gehen wir zum Fischmarkt, wo wir in einem Straßenlokal zu Mittag essen. Dann wollen wir nach Taormina, machen auf dem Weg dorthin Station in unserem Quartier mit Siesta und Swimmingpool. Gegen Abend fahren wir nach Castelmola, einem Bergdorf oberhalb von Taormina. Danach geht es ins Parkhaus von Taormina. Taormina ist praktisch autofreie Gemeinde. Wir schlendern durch die Altstadt, genießen die Aussichten und finden ein nettes Lokal. Auch wenn wir heute nicht geflogen sind, gönnen wir uns noch ein Landebier in unserem Quartier.

13.07.2023 Rückflug klappt leider nicht wie geplant. Anruf in Scalea, unserem nächsten Ziel wegen Avgas. „Heute gibt es kein Avgas,“ ist die Auskunft. Also wieder nach Reggio Calabria zum Tanken. Dort legen wir wieder die Schwimmwesten an und es geht hinaus aufs Meer zum Stromboli, dem dritten Vulkan, den wir auf unserer Reise sehen können.

Leider ist der Vorbeiflug an Capri dem geänderten Routing zum Opfer gefallen. Doch wir trösten uns, denn „Capri sehen und sterben“ war nicht unsere Absicht.Dafür landen wir um 12:21 UTC beim Aero Club Benevento „Gen. Nicola Collarile“ (BN01). Ein Grasplatz mit gekreuzten Bahnen. Sehr nettes Personal vor Ort (spricht nur italienisch, aber mit Übersetzungprogramm kein Problem).

Nächstes Ziel ist L’Aquila/Parchi in den Abruzzen, wo wieder Tanken angesagt ist. Andreas bucht das Hotel dort und dann wird im Notam gelesen, dass der Platz wegen Arbeiten an der Landebahn bis 17 UTC gesperrt ist. Also rufen wir dort an und erfahren,dass der Platz 3 Tage wegen einer Veranstaltung gesperrt bleibt. Wieder ist die Planung im Eimer und wir entscheiden uns für Pescara International (LIBP). Wir landen dort um 16:32 UTC. Mit dem Taxi geht es ins Hotel Esplanade mit Meerblick. Wir finden in der Nähe des Hotels ein gutes Fischlokal und genießen die italienische Küche.

14.07.2023 Tanken ist leider nicht eher möglich, also kann ich erst um 09:25 UTC zum Flug nach Venedig starten. Wir glauben nicht mehr heute noch nach Hause zu kommen und stellen uns auf eine weitere Übernachtung in Zell am See ein. Wir erhalten ein „Direct to …“ und können damit einiges vom geplanten Routing abkürzen und landen um 11:48 UTC in Venezia-Lido (LIPV). Es wird wieder vollgetankt, Öl kontrolliert, auf der Terrasse des Lokals gegessen und getrunken.

Um 13:37 UTC startet Andreas. Herrlicher Flug in 1000 ft über den Lido di Venezia und den Lido di Jesolo und dann steigen wir Richtung Alpen. Auch hier bieten uns die Fluglotsen Streckenabkürzungen an, die wir gerne annehmen. Als wir bei Mauterndorf (Österreich) in 9500 ft sind, stellen wir fest, dass wir es bis 19 Uhr lokal direkt bis Bayreuth schaffen müssten, wenn wir Zell am See auslassen und dort auch nicht übernachten. Wir bitten Vienna Information unseren Flugplan hier zu schließen und uns ein „Direct to Simba“ an Salzburg vorbei zu genehmigen. Wien sagt, wir sollen mit Salzburg Radar direkt sprechen. Das machen wir und erhalten Freigabe direkt nach Simbach/Inn, an der Grenze zu Deutschland. Nur noch wenige Wegpunkte und wir landen um 16:55 UTC (5 Min. vor Schließung des Platzes) überglücklich in Bayreuth (EDQD). 23:18 Stunden reine Flugzeit und 3915 km lagen hinter uns und die alte Papa Delta hat uns nicht die geringsten Probleme bereitet, sondern ist immer zuverlässig geflogen.

Bericht DG.

 

Ausflug nach Neuburg Donau Juli 2023

Vom Verbindungsoffizier Hermann Schlüter, welcher zuständig ist, dass Uwe mit seiner T6 regelmäßig nach Zeltweg eingeladen wird, bekam Uwe die Anfrage, ob er zusammen mit einem Teil der Grimminger Oldtimerflotte mit der Miss Goosebay zum Familientag des taktischen Luftwaffengeschwaders 74 fliegen würde. Uwe sagte zu und ich durfte wieder mit von der Partie sein.

Am 06.07. kurz nach 0900 trafen wir uns zum Aushallen der T6, welche Uwe schon am Vortag für den Flug vorbereitet hatte. Kurz vor 1000 LT hoben wir bei allerbestem Wetter Richtung Westen ab. Unser Flug führte uns erst mal nach Aalen, wo wir uns mit der Grimminger Flotte und der T28 aus Mühldorf treffen wollten. Wir flogen in 3.000ft direkt über Nürnberg.

Weiter ging es an der fränkischen Seeplatte vorbei nach Aalen. Uwes Bitte, in Aalen auf Gras landen zu dürfen, wurde abgelehnt – immerhin war das seine erste Landung auf der T6 nach unserem letztjährigen Zeltweg Ausflug – doch einmal mehr hat sich bewahrheitet, dass seine Ce195 schwieriger zu landen ist, als die T6. Nun, die Landung hat hervorragend geklappt. In Aalen waren Massen an Segelflugzeugen – wie bei einer Meisterschaft. Wir tankten und begaben uns dann ins Fliegermuseum, zur Besprechung des Weiterfluges nach Neuburg als „Diamond Formation“ (vorneweg eine Me108, dann parallel eine T6 und die Beech 18 und wir als Schlusslicht)

Um 1315 LT gingen wir nacheinander Airborne und flogen dann in einer offenen Formation nach Neuburg. Dort querten wir den Platz in 500ft von Nord nach Süd, flogen eine Südplatzrunde und machten dann in 150ft einen Low Approach. Anschließend landeten wir und wurden begeistert empfangen. Mit Manneskraft wurden die T6 in unsere Parkposition geschoben.

Gut, wer Zeltweg schon mal erleben durfte, für den war der Flugtag in Neuburg eher unspektakulär, auch wenn Tornados und Eurofighter den ganzen Nachmittag viel Lärm bei ihren Vorführungen produzierten.

Am Abend fand bei milden 25°C ein Hallenfest statt, allerdings spielte die Band so extrem laut, dass Unterhaltungen zwischen den Oldtimercrews nur in den Pausen möglich war – selbst für uns, die wir als Raucher ohnehin vor der Halle einen Tisch ergattern konnten, war es kaum auszuhalten. Schade. So endete der Abend auch früher als geplant,

Übernachtet haben wir in einer Kaserne – immerhin in Einzelzimmern, ansonsten aber fühlte sich mancher an seine Bundeswehrzeit zurückversetzt. Um 0615 war die Nacht zu Ende, weil das Mannschaftscasino schon um 0730 seinen Frühstücksservice einstellte. Anschließend fuhren wir mit dem Shuttle zurück zum Fliegerhorst und bereiteten unsere ganzen Flieger für die Heimreisen vor.

Gegen 1000 durften wir dann starten. Wir flogen östlich an Nürnberg vorbei. Außer Start und Landung durfte ich die T6 fliegen – ein Gedicht. Mit zwei Fingern kann man den Steuerknüppel bewegen. Feinfühlig reagiert die Miss Goosebay auf jeden Input. Viel zu schnell war der schöne Ausflug vorbei – immerhin steht Zeltweg 2024 am Horizont. Wenn das nichts ist, auf was man sich freuen kann.

Bericht JB.

 

Ausflug zur Airpower 2022

Wie schon 2016 und 2019 war Uwe auch dieses Jahr eingeladen, seine T6 „Miss Goosebay“ auf der Airpower 2022 im Static Display zu präsentieren. Und ich durfte Uwe zum dritten Mal begleiten.

Die Airpower ist die größte Luftfahrtshow in Europa. Sie findet seit 1997 im Dreijahresrhythmus in Zeltweg auf der Luftfahrtbasis „Hinterstoisser“ statt und wird vom Österreichischen Heer, dem Bundesland Steiermark und Red Bull veranstaltet. Wenn das Wetter mitspielt – und das hat es dieses Jahr – kommen „offiziell“ ca. 400.000 Besucher zu den beiden Display Tagen, inoffiziell geschätzte 600.000!

Red Bull war mit seinen ganzen 37 Oldtimern aus dem Salzburger Hangar 7 vertreten. Oldtimer, wie die Me 262, die Me 109, Corsair, Lightning, B25, diverse Migs etc., waren ebenso in der Luft, wie die berühmten Kunstflugstaffeln der Italiener (Frecce Tricolori) oder der Schweizer (Patrouille de Swiss) und unzählige F16, Eurofighter, Saab Draken etc. Jeden Tag wurde zwischen 0900 bis 1730 ununterbrochen geflogen – und wer künftig mal vorhat, da hinzufahren, sollte unbedingt Ohrenschützer dabei haben – der Lärm ist schlichtweg ohrenbetäubend…

Da wir bei der letzten Airpower 2019 erst ca. 10 Min nach unserem Slot in Zeltweg ankamen und die 10 Düsenflugzeuge der Frecce Tricolori für ihren Trainingsflug – mit laufenden Triebwerken – auf uns warten mussten, „durften“ wir diesmal schon vor dem offiziellen Trainingstag anreisen – sprich anfliegen. Uwe entschied sich nach der Langzeit Wetterprognose für Dienstag den 30.09. Gegen Mittag flogen wir ex Bayreuth zu unserem Tankstop nach Wels (bei Linz) und nach einem kurzen Aufenthalt dort vorbei an Wiener Neustadt über das Mur Tal nach Zeltweg. Man könnte zwar von Wels mehr oder weniger direkt nach Süden nach Zeltweg fliegen, doch sind die Berge dort schon recht hoch und oft in Wolken, so dass wir die sicherere Route gewählt haben. Und, das fliegen mit der T6 macht ja so ganz nebenbei auch noch Riesen Spaß!

Uwes Entscheidung, schon am Dienstag anzufliegen, war goldrichtig: Am Mittwoch regnete es nämlich in Strömen und einige der Flugzeuge, die an diesem Tag anreisen wollten, mussten umkehren. Donnerstag war dann der offizielle Trainingstag, bevor es dann am Freitag und Samstag so richtig zur Sache ging. Abgesehen von den gigantischen Vorführungen der Teilnehmer, haben Uwe und mich die Freundlichkeit der ortsansässigen Einwohner begeistert und vorallendingen ihre Feststellung: “…unsere Airpower…“ So etwas, da waren wir uns einig, wäre – derzeit?? – in Deutschland nicht möglich.

Wir haben viele Oldtimer Enthusiasten getroffen,  viele interessante Gespräche geführt und gigantische Flugvorführungen gesehen. Es waren rundherum tolle Tage gewesen!

Am Sonntag (4.9.) bekamen wir um 1330 LT unseren Abflugslot. Eine kurze Rücksprache mit dem Meteorologen ergab, dass auf unserer geplanten Heimflugstrecke (wieder über Wiener Neustadt und Wels) alles weit „offen“ sei.  Erste Zweifel, ob dem wirklich so sein würde, kamen uns, als es zum Abflug regnete und wir den Pflichtmeldepunkt „St. Michaelis“ schon nicht mehr anfliegen konnten. So blieben wir – mit ATC Freigabe im Mur-Tal Richtung Osten. Die ersten ca. 50 km verliefen auch recht problemlos, doch dann kamen die Berge von unten und die Wolken von oben – eine schlechte Gemengelage.

So entschieden wir uns kurzerhand direkt durch ein Tal nach Norden abzubiegen, immer die Option der Umkehr prüfend. Als wir dann am Alpennordkamm ankamen, war alles vollkommen problemlos – Sicht von Pol zu Pol und broken Clouds in ca. 5.000ft MSL. Nach einem erneuten Tankstop in Wels, ging es dann zurück nach Bayreuth, wo Uwe zum Abschluss eine wirklich perfekte Landung hinlegte.

Mit einem lachenden Auge (weil alles so toll gewesen war) und einem weinenden Auge (weil es nun vorbei war) hallten wir die T6 ein und waren uns einig: Das war wieder einmal ein Highlight in unserer ohnehin umfangreichen Flugerfahrung gewesen.

Bericht J.B.

 

 

 

Mit der Cessna 172 N zum Nordkap

(Der Weg ist das Ziel)


Seit 2019 haben wir in Haltergemeinschaft zu dritt eine Cessna 172 N, die Delta Papa Delta.
Kein Verstellpropeller, kein Einziehfahrwerk, kein Autopilot und nicht sehr schnell.
Dadurch hat man länger vom Flugspaß.

Da ich bereits 2015 mit der Vereins-Cessna 172 RG am Nordkap war, fragte mich
Andreas, ob ich mit ihm in unserer Papa Delta zum Nordkap fliegen würde.
Ich war sofort begeistert und habe mich an die Planung gemacht, diesmal auf einer
anderen Route als das letzte Mal.

Die Entscheidung, ob wir im oder gegen den Uhrzeigersinn die Route fliegen, machten wir von der Wetterberatung abhängig.
Die Empfehlung lautete: Gegen den Uhrzeigersinn.

Es ging am 25.06.2022 in Bayreuth los. Mit unserem Gepäck und vollen Tanks erreichten wir das MTOW.
Für solche Touren ist unsere Cessna eben nur ein Zweisitzer.
Wir hatten die Tour so geplant, dass die einzelnen Legs nicht zu lange dauerten und immer genug AVGAS in den Tanks war. Bei jedem Stop erfolgte Pilotenwechsel – so konnten sowohl Andreas als auch ich jeden angeflogenen Flugplatz im eigenen Flugbuch dokumentieren

Nach Tankstop in Kulmbach und Zwischenlandung in Dessau war geplant, Rügen anzufliegen – leider spielte das Wetter nicht so richtig mit, wir mussten einem Gewitter ausweichen und im Regen in Barth landen, wo wir dann auch übernachteten.

Am 26.06.2022 flogen wir dann über die Insel Rügen und weiter nach Malmö. Nach kurzem Aufenthalt am Flughafen ging es weiter nach Stockholm-Bromma, wo uns nach der Landung rote Teppiche neben der D-EMPD ausgelegt wurden. Die Handlingkosten waren entsprechend.

Am 27.06.2022 ging es weiter nach Mohed und dann nach Umea. Hier war es um 23 Uhr noch immer taghell. Wir kommen der Mitternachtssonne immer näher.

Am 28.06.2022 wollten wir von Umea nach Kiruna, Lakselv und Honningsvag.
Aber wir hatten uns nicht vorstellen können, dass Flugplätze dieser Größe Mittagspause von erheblicher Länge machen. So mussten wir von Umea bis Lakselv Nonstop fliegen, immerhin 3:57 h reine Flugzeit.
In Lakselv dann NOTAM gelesen, Honningsvag geschlossen, nur Rettungsflüge erlaubt.
Also haben wir uns ein Auto gemietet und sind damit zum Nordkap gefahren, haben dort in einer einfachen Unterkunft übernachtet und die Mitternachtssonne genossen.

Am 29.06.2022 sind wir zur Weltkugel am Nordkap gefahren, haben jeder eine Siegerzigarre geraucht und Souvenirs und Nordkap-Urkunden gekauft. Am Nachmittag ging es schließlich zurück nach Lakselv.
Nachdem wir das Auto zurückgegeben hatten, ließen wir es uns natürlich nicht nehmen, auch mit unserer PD zum Nordkap zu fliegen. Wir haben es mehrfach umflogen und von allen Seiten ausgiebig fotografiert. Die Sicht war sehr gut, die Temperatur am Nordkap betrug  über 30° Celsius (!) – so warm wie noch nie, nach Aussage der Einheimischen. Danach flogen wir weiter  nach Hammerfest.

Am 30.06.2022 kamen wir dort früh morgens  aus dem Hotel und froren erbärmlich: 8°, Basis ca. 1500 ft.
Also wieder die Schwimmwesten angelegt und über die Fjorde nach Tromsø weitergeflogen.
Glücklicherweise wurde das Wetter immer besser und wir konnten nach 1:31 h sicher in Tromsø landen und tanken.
Als nächsten Stop hatten wir Svolvær auf den Lofoten geplant, aber auch die hatten Mittagspause, also ging es direkt weiter nach Bodø mit Tanken und Übernachtung.
Die gesamten Hotelbuchungen hat Andreas immer kurzfristig über booking.com vorgenommen. War nie ein Problem.

Am 01.07.2022 ging es von Bodø nach Trondheim. Tanken im leichten Regen und dann weiter nach Molde und dann nach Bergen. Dort sind wir abends durch die Stadt gebummelt, haben noch etwas zu Essen gefunden und dann  gut geschlafen.

Am 02.07.2022 unsere Planung Bergen – Kristiansand – Billund (DK).
Das Wetter zwang uns aber, uns durch Wolkenlöcher bis 10.000 ft hochzukämpfen, bis wir endlich on top waren. Das alles wäre kein Problem, wenn es in Kristiansand AVGAS gegeben hätte. Durch den Höhenflug ging unsere Spritplanung nicht mehr auf und ohne ausreichende Menge wollten wir nicht über das Skagerrak. Also entschieden wir uns kurzfristig zu einem Umweg über Notodden, dort vollgetankt und ab nach Billund. Wetter ok, über dem Skagerrak etwas diesig. In Billund (Legoland) haben wir schließlich übernachtet.

Am 03.07.2022 ging es von Billund nach Flensburg. Andreas wollte gerne einmal Hamburg Fuhlsbüttel anfliegen, also drehte ich eine Platzrunde in Flensburg und er übernahm den Flug nach Hamburg. Großer Flughafen mit gekreuzten Bahnen, aber sehr hilfsbereites Personal, also kein Problem für uns und unsere PD.
Danach ging es nach Braunschweig, schöner Platz mit einem guten Restaurant.
Gestärkt flogen wir weiter nach Kulmbach zum Tanken und um 18:12 lokal waren wir überglücklich zurück in Bayreuth, wo wir von vielen Fliegerkameraden mit einem Glas Sekt empfangen wurden.

Unsere gesamte Flugzeit betrug 36 h, 23 Landungen, 6200 km

Bericht D.G.

 

 

2020 und 2021 mussten unsere Ausflüge leider Corona bedingt ausfallen

 

 

OFFF Abfliegen 2019

Da das Wetter in den vergangenen Jahren zum An- und Abfliegen leider immer sehr schlecht war und die Vorhersage auch für das Wochenende 21./22.09. nicht so prickelnd aussah, haben sich die beiden Vorstände entschlossen, den Termin auf den 14.09. vorzuziehen.

Leider sind an diesem Tag dann einige OFFF Mitglieder verhindert, weil sie zum Wandern in Süd Tirol (Uwe), auf der Hahnweide (Kalle), mit ihrem Club in Allendorf (Walter), auf den Kanaren (Christian) oder beruflich (Martin) verhindert sind.

Hartmut, seine Frau Gudrun und ich treffen uns gegen 1000 vor dem Hangar Ost; hallen die Bee und die Cup aus und sorgen für Sitzgelegenheiten und den Grill.

Das Wetter schlägt Kapriolen: Erst ist es sonnig und warm, dann werden die Wolken sehr dicht und verdecken die Sonne, außerdem weht ein unangenehmer Nordwind, schließlich flaut der Wind wieder ab und es bleibt sonnig und warm bis zu einem herrlichen Sonnenuntergang.

Nacheinander kommen Dieter, Peter mit seiner Frau, später Ilona, Bernd, Gisi, Äxel, Otto, außerdem als Gäste Christian Schindler und unsere Segelflugkunstflieger. Erst grillen wir, dann genießen wir Zwetschgen- und Schokoladekuchen (von Ilona und Gudrun) und abends werfen wir noch das restliche Grillgut auf den Grill. Während des Tages wird fliegerisch gefachsimpelt, gescherzt, unsere Segelkunstflieger geschleppt und schließlich noch ein bisschen Modell geflogen.

Als wir abends aufräumen blicken wir auf einen sehr schönen und gelungenen Tag zurück.

Bericht J.B.

 

 

 

Miss Goosebay auf der AIR POWER 2019

Mittwoch, 04.09.2019

Kurz vor Mittag fliegen Uwe Förster und ich bei bestem Wetter in Bayreuth los und machen nach ca. 1:15 einen Tankstopp in Wels bei Linz. Nach kurzem Aufenthalt – schließlich müssen wir unseren Anflugslot in Zeltweg einhalten – geht es weiter Richtung Wiener Neustadt, bevor wir in das lange Tal, welches uns nach Zeltweg führt, einfliegen. Rechts und links sind hohe Berge, die wir heute aber prima sehen. Gegen 1530 nehmen wir Kontakt mit der Anflugkontrolle in Zeltweg auf, die uns sogleich auffordert, mit erhöhter Geschwindigkeit den Anflug zu planen, weil die italienische Kunstflugstaffel Frecce Tricolori zu ihrem Trainingsflug starten möchte. Letztendlich müssen die 10 Jets 15 Minuten auf uns warten und wir sind dadurch schon jetzt bekannt, wie ein bunter Hund… Nur eine Minute, nachdem wir auf der 26L gelandet sind, starten die Italiener auf der 08R und zaubern mit ihren Jets ein atemberaubendes Kunstflugprogramm in den strahlend blauen Himmel.

Nach dem Abstellen und Tanken der Miss Goosebay machen wir sie wetterfest und beenden den Tag, während hunderte von Helfern noch mitten in den Vorbereitungen für die AIR POWER sind. Von einem Fahrer des österreichischen Heeres werden wir zu unserem Quartier nach Niklasdorf gefahren, wo wir bei einem guten Glas Rotwein den gelungenen Herflug nachklingen lassen.

Donnerstag, 05.09.

Heute ist Trainingstag. Da Uwes T6 im Static Display steht, müssten wir eigentlich nicht zum Airport. Da aber für die nächsten Tage schlechtes Wetter angekündigt ist, entscheiden wir uns, den ganzen Tag in Zeltweg am Fliegerhorst zu verbringen. Wir erleben tolle Trainingsflüge bei ohrenbetäubendem Lärm und stöbern durch die anderen Raritäten des Static Displays. Es ergeben sich viele nette Gespräche mit anderen Piloten.

Als wir abends auf der Hotelterrasse unseren obligatorischen Rotwein genießen und rauchen, fängt es bereits an, wie aus allen Eimern zu schütten. Wir sind gespannt, wie das Wetter morgen werden wird…

Freitag, 06.09. – der erste offizielle Tag der AIR POWER

Das Wetter ist zwar nicht so schlecht wie befürchtet, doch wesentlich schlechter als erhofft. So fallen viele der spektakulären vertikalen Flugvorführungen, die wir am gestrigen Trainingstag noch bewundern durften, den niedrigen Wolken zum Opfer. Manchmal verschwindet auch eine enge Formation in den Wolken und die Zuschauer halten unwillkürlich den Atem an, ob das gut geht. Ja, es geht gut: Lediglich ein Landvorfall, als ein schwedischer Doppeldecker einen Markierungsreiter übersieht und sich überschlägt – doch der Pilot bleibt unverletzt. Heute ist es noch lauter als gestern, weil viele Jets die Figuren nur mit Nachbrenner fliegen können – manchmal helfen hier nicht einmal mehr die Ohrenstöpsel.

Gerüchteweise hören wir, dass diese Veranstaltung die letzte AIR POWER gewesen sein soll – es wäre sehr, sehr schade. Umso stolzer sind aber Uwe und ich, dass wir dieses Jahr zum zweiten Mal zu dieser Veranstaltung eingeladen wurden.

 

Samstag, 07.09. – der zweite Tag der AIR POWER

Wie befürchtet regnet es wieder in Strömen. Das Grasvorfeld gleicht einer Schlammwüste. Trotzdem verfolgen über 120.000 (!) Besucher „ihre“ AIR POWER. Es ist schon ein Wahnsinn, wie sich die Menschen aus der Steiermark mit diesem Event identifizieren – das wäre in Deutschland undenkbar! Was die Piloten zeigen, ist atemberaubend: Bei manchmal gerade 300ft Wolkenuntergrenze holen sie das Maximale aus ihren Maschinen und sich selber heraus. Allerdings fallen viele Programmpunkte buchstäblich ins Wasser. So startet die Frecce Tricolori, macht einen Überflug mit italienischen Rauchfahnen und verabschiedet sich dann aus Zeltweg. An diesem Tag wird sehr viel improvisiert und das eigentlich Spektakuläre ist, dass bei diesem Wetter überhaupt geflogen werden kann. Schade, dieses miese Wetter habe unsere Gastgeber nicht verdient.

Sonntag, 08.09.

Über Nacht haben unzählige Helfer alle Absperrungen und Verpflegungsstände abgebaut, so dass wir die Miss Goosebay wieder bewegen können. 15 Helfer schieben die T6 aus dem durchgeweichten Gras auf einen Taxiway.

Nach einem ausführlichen und persönlichen Wetterbriefing fliegen wir gut 1 ½ Stunden vor unserem eigentlichen Slot Richtung Wiener Neustadt ab. Der Talkessel hängt voll mit niedrigen Wolken, von den Gipfeln mal ganz zu schweigen. An einer Stelle wird es haarig eng, doch wir schaffen es, die Berge hinter uns zu lassen. Der weitere Flug nach Wels ist fast schon „langweilig“ unspektakulär, doch es ist ein Gedicht, wie die T6 schnurrt. Wie mag das von unten ausschauen? Während des Anfluges auf Wels können wir schon massive Regenwolken sehen, die aus Südwesten herandriften. Nach einem ganz kurzen Aufenthalt starten wir gleich wieder und fliegen entlang der Donau und Passau Richtung Regensburg. Laut Wetterberatung soll das fliegbar sein. Allerdings zwingen uns die Wolken dazu, immer tiefer zu fliegen und bei Straubing steht schließlich eine massive und undurchdringliche Regenfront. Wir sind schon nur noch ca. 300ft hoch und Uwe entscheidet sich kurzentschlossen, eine Zwischenlandung in Straubing zu machen. Wir sind dankbar, als wir die Landbahnbefeuerung sehen.

Ein anschließendes persönliches Gespräch mit einem Wetterberater des DWDs ergibt, dass „man“ die Wetterlage viel zu optimistisch eingeschätzt hat. Dies bestätigt auch ein Anruf am Turm in Bayreuth. Die Asphaltbahn ist dort ohnehin wegen einer Motorsportveranstaltung gesperrt und wir müssten auf der S2 landen. Der Regen hat aber, auch 4 Stunden früher als vorhergesagt, bereits in Bayreuth eingesetzt. Wir entscheiden uns, in Straubing zu übernachten. Eine richtige Entscheidung, denn es schüttet ununterbrochen bis zum nächsten Morgen.

Montag, 09.09.

Der Meteorologe hält ein kleines fliegbares Wetterfenster zwischen 1500 und 1700 für möglich. Mittags wird das Wetter in Straubing bereits besser, doch Bayreuth ist nach wie vor zu.

Gegen 1500 fliegen wir dann los und es ist wirklich gut fliegbar bis Weiden. Dort sehen wir unsere einzige Chance, sehr niedrig durch die Grafenwöhr Kontrollzone zu fliegen, weil die Wolken im Osten aufliegen. Wir erhalten die entsprechende Freigabe. An Eschenbach vorbei geht es Richtung Creussen, die Windräder rechts und links unserer Flugstrecke sind um einiges höher, als wir fliegen. Es ist machbar, weil die Sicht akzeptabel ist. Schnell wird aber klar, dass wir nicht eine Landung auf der 24 machen können, sondern mit leichtem Rückenwind die 06 versuchen, weil auch Dressendorf schon in den Wolken ist. Uwe macht eine prima Landung und als wir vor dem Hangar 1 abstellen, fängt es an, wie aus allen Kübeln zu schütten. Das war knapp.

Fazit: Wir haben tolle Tage erlebt, Fliegerei von Anfang bis Ende und einen sehr spannenden Rückflug. Wir werden oft an diese Tage denken und manchmal bestimmt  bei einem Glas Wein und einem Zigarillo oder einer Pfeife davon erzählen können – und sei es auch nur, dass die Frecce Tricolori 15 Minuten auf die Landung der Miss Goosebay hat warten müssen. Doch damit werden uns sicher die anderen Piloten, die wir auf der AIR POWER in Zeltweg getroffen haben aufziehen, wenn wir sie auf irgendeiner anderen Veranstaltung wiedertreffen. Die Oldtimer Flieger sind schone eine besondere, kleine Gemeinschaft.

Bericht von Johannes Bühler

 

 

 

Vintage Acrobatic Worldchampionship Gera

(Weltmeisterschaft mit Oldtimer-Kunstflugzeugen in Gera)

Vom 15. bis 18. August 2019 fand in Gera die Weltmeisterschaft im Kunstflug mit Oldtimerflugzeugen statt.

Das Wetter wurde am Freitag immer besser und so lud Uwe Förster zum Flug nach Gera mit seiner 195er Cessna ein und Peter Golla folgte mit seiner Bölkow Junior.

Der Flugplatz Gera-Leumitz musste wegen der Kunstflugbox im Süden von Norden her angeflogen werden. Nach der Landung wurden wir begrüßt und konnten sofort mit der Besichtigung der Flugzeuge beginnen.

Zu bestaunen gab es tolle Oldtimerflugzeuge wie Bücker Jungmann und Jungmeister, Focke Wulf Stieglitz, Pitts S1, Binder Smaragd, Zlin 526 und andere Ausführungen, RF 4, Lo 100, Lunak, ……, auch das fliegende Museum von Josef Koch aus Großenhain war mit der Dragon Rapide, dem Fieseler Storch, der Klemm L35 und der Tiger Moth in Gera.

In verschiedenen Klassen flogen die Piloten ihr Programm vor den Zuschauern. Die Segelflugzeuge wurden mit einer Wilga geschleppt. Es war immer was los in der Luft oder auf dem Boden – ein wunderschöner Tag bei bestem Wetter und guter Versorgung.

Gegen 18 Uhr flog die Abordnung des OFFF wieder zurück nach Bayreuth.
Hier Bilder von diesem Ausflug.

 

 

Bücker-Treffen 2019 Hof

 

Das von unserem Mitglied Walter Wimmer organisierte Bücker-Treffen fand vom 31.05.2019 bis 02.06.2019 auf dem Verkehrsflughafen Hof statt und wir waren als OFFF von ihm eingeladen worden.

 Eine besondere Einladung erhielt unser zweiter Vorstand Johannes Bühler.

Er war zusammen mit einem Pressemitarbeiter für Fotoflüge mit seiner PA 18 gefragt. Dieser Einsatz hätte wegen einem defekten Zylinder fast nicht stattfinden können, aber Dank Volker Pfüller wurde dieser innerhalb von nur einem Tag wieder Instand gesetzt und somit stand dem Flug nichts mehr im Wege.

Am 01.06.2019 trafen bei herrlichstem Wetter die restlichen Bücker Piloten in Hof ein. Hier konnten die Flugzeuge bei Führungen immer wieder besichtigt werden.

Nach dem Pilotenbriefing um 13 Uhr starteten ca. 20 Bücker und Johannes mit der PA 18 zu einem Fichtelgebirgsrundflug mit Zwischenlandung in Eger und trafen gegen 17:30 Uhr wieder in Hof ein.

Einen kleinen Geschmack auf die Bücker sollen die hier gezeigten Bilder machen – unter  https://1drv.ms/f/s!AiJnrymxKC7egp1AKYAhlDliRVG0mQ    kann man die Bilder von dem Fotografen Andreas Rau sehen.

 

 

Oldtimer-Treffen zum

100. Geburtstag

von Alfons Pützer

Dr. Hanns Jakob Pützer hat es zum 100. Geburtstag seines Vaters Alfons richtig krachen lassen. Aus ganz Deutschland, Italien, Frankreich und der Schweiz waren Flugzeuge zum Flugplatz Bonn-Hangelar gekommen, die der Visionär aus Bonn in den Jahren 1954 bis 1978 gebaut hatte.

Martin Birkmann hatte Pützer, Jahrgang 1952, das Gelände seiner Flugzeugwerft zur Verfügung gestellt, nachdem sie die Idee eines Fly-Ins zum 100. Geburtstags ausgebrütet hatten. Es entwickelte sich zu einem Treffen von Freunden und Begeisterten. Als sich neun Maschinen auf den Weg zum Start machten, war Pützer junior, der am Morgen noch vor großem Publikum einen Vortrag gehalten hatte, gerührt. „Mir stehen die Tränen in den Augen“, sagte er, als er die von seinem Vater gebauten Schönheiten zum Ausflug über die Eifel zum Take off rollen sah.

Auch von den Oldtimer-Flieger-Freunden-Franken e.V. machte sich eine Pützer Elster C mit dem Kennzeichen D-EDWA und der Besatzung Peter Golla und dem Besitzer Otto Hoffmann auf den Weg nach Bonn-Hangelar.

Erst wurde über die errechnete Flugzeit beim Mittagessen in Bayreuth gelächelt, aber die Flugplatzwebcam in Hangelar zeigte die Ankunft der Elster zu der geplanten Zeit – Respekt!!!

Schon bei der Rückkehr strahlten unsere zwei Mitglieder über den gelungenen Ausflug und die schöne und gut organisierte Veranstaltung.

Einen kleinen Ausschnitt zeigen die Bilder von Peter Golla.



Erste Frau bei den Oldtimer Flieger Freunden e.V.

Anlässlich der Jahreshauptversammlung der Oldtimer Flieger Freunde Franken e.V., am 16.02.2018 im Flugplatzrestaurant OnTop, wurde Gisela Vengels als erste Frau im Verein offiziell begrüßt.

Gisela ist das 21. Mitglied stellte der 1. Vorsitzende Hartmut Fiedler fest und überreichte als Willkommensgeschenk einen kleinen Blumengruß.

  

Das Bild zeigt von rechts nach links: Walter Wimmer (Bücker Jungmann), Äxel Schödel, Johannes Bühler (2.Vorsitzender), Sven Kneisel (Kassier), erste Dame im Verein Gisela Vengels, Hartmut Fiedler (1.Vorsitzender), Dieter Gerlach (Admin), Bernd Rabenstein und Frank Konsek

Baby Boom 2017

Am Samstag den 16.09.2017 trafen sich auf dem Flugplatz des Flugsportvereins Grabfeld e.V. in Saal an der Saale viele Flugbegeisterte.

Dort wurde nach einem Dornröschenschlaf das Baby III von Erwin von der Forst mit dem Kennzeichen D-4640 wieder eingeflogen

Zu dieser wirklich schönen Veranstaltung bei herrlichstem Wetter kamen auch noch das Baby IIb von der Wasserkuppe mit dem Kennzeichen D-3856 und noch ein privates Baby mit dem Kennzeichen D-3053.

Der Erstflug wurde im Flugzeugschlepp durchgeführt; bestens geeignet als Schleppflugzeug war ein UL vom Typ Renegade, der Doppeldecker passte von der Geschwindigkeit und vom Aussehen her wunderbar zu dem Baby.

Viele Fachgespräche wurden geführt, alte Bekanntschaften gepflegt und neue geknüpft. Anwesend waren unter anderem die Gebrüder Schindler, die mit ihrer Schreinerei in Sulzbach a.d. Lederhecke Flugzeuge bauten und ein früherer Mitarbeiter (jetzt auch schon im hohen Alter) berichtete begeisternd vom Rippenbau.

Für das leibliche Wohl war seitens der Gastgeber FSV Grabfeld e.V. und Erwin von der Forst bestens gesorgt. 

Seitens der Oldtimer Flieger Freunde Franken e.V. waren Frank Konsek, selbst Besitzer zweier Grunau Baby IIb, und Hartmut Fiedler anwesend.

Besprochen wurde auch ein Grunau Baby Treffen Süd im kommenden Jahr in Franken – vielleicht auch eine Möglichkeit unseren Verein wieder ein Stückchen bekannter zu machen.

Ausflug zum Fliegerfest nach Cham

Am Samstag den 26. August 2017 starteten drei Flugzeuge unserer Mitglieder in Bayreuth mit dem Ziel das Fliegerfest in Cham zu besuchen, wozu unser Verein ganz herzlich eingeladen war.
Als erster erreichte Peter Golla mit seiner schnellen Bölkow Junior D-ECGI das Ziel, gefolgt von Uwe Förster mit Reinhard Mück als Navigator und Hartmut Fiedler in der Cessna 195 und Johannes Bühler mit Sebastian Klecker in der Piper PA 18.
Bei Kaffee und Kuchen sowie Bratwürsten konnte so manches schöne Flugzeug angeschaut werden und die Vorführungen verschiedener Kunstflugpiloten und der Fallschirmspringer bewundert werden.
Nachdem sich die Piloten gestärkt hatten und jeder wegen dem sehr warmen Wetter durchgeschwitzt war, ging es wieder zurück nach Bayreuth.
Vielen Dank nochmal an die Chamer Fliegerkollegen in der Hoffnung, dass im kommenden Jahr vielleicht noch ein paar Ausflügler unseres Vereines dazu kommen.